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Wohnmobil zum ersten Mal mieten: Der Einsteiger-Guide

Fahrzeugtyp, Führerschein, Kosten, Versicherung und Übergabe: Was du vor deiner ersten Camper-Miete wissen solltest, damit die Tour entspannt startet.

The Camper Scout · aktualisiert · 8 Min. Lesezeit

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Welcher Camper passt zu dir?

Für die erste Tour gilt: kleiner ist leichter. Ein kompaktes Fahrzeug fährt sich fast wie ein großer Transporter, passt auf normale Parkplätze und verbraucht weniger. Die gängigen Typen im Überblick:

  • Campervan: ausgebauter Kleinbus mit Aufstelldach, oft für zwei Erwachsene und zwei Kinder. Wendig, alltagstauglich, aber wenig Stauraum und meist ohne feste Toilette.
  • Kastenwagen: ausgebauter Transporter mit Bad, Küche und festem Bett. Der beste Kompromiss für Paare, die mehr Komfort wollen, ohne ein großes Wohnmobil zu fahren.
  • Teilintegriertes Wohnmobil: mehr Wohnraum und meist eine größere Sitzgruppe. Breiter und höher, daher in Altstädten und auf Bergstraßen anspruchsvoller.
  • Alkoven: mit Schlafplatz über dem Fahrerhaus, beliebt bei Familien mit mehreren Kindern. Viel Platz, aber hoch und windanfällig.

Plane bei der Wahl nicht nur die Schlafplätze, sondern auch die Gurtplätze: Jede mitreisende Person braucht während der Fahrt einen eigenen Sitz mit Gurt.

Führerschein und Gewicht

Mit dem Führerschein Klasse B darfst du Fahrzeuge bis 3,5 t zulässige Gesamtmasse fahren. Das deckt Campervans, Kastenwagen und viele teilintegrierte Wohnmobile ab. Für schwerere Fahrzeuge brauchst du Klasse C1 oder den alten Führerschein Klasse 3.

Achte auf die Zuladung: Ein Wohnmobil mit 3,5 t ist oft schon leer recht schwer. Wasser, Gepäck, Fahrräder und Mitreisende zählen mit. Frag beim Vermieter nach der freien Zuladung und reise mit wenig Frischwasser im Tank, wenn es knapp wird.

Plattform oder Vermieter mit eigener Flotte?

Bei der Miete gibt es zwei Modelle, die sich im Alltag deutlich unterscheiden:

Plattformen wie PaulCamper

Auf PaulCamper bieten private Besitzer und gewerbliche Vermieter ihre Fahrzeuge an. Du findest dort alles vom alten Bulli bis zum großen Wohnmobil, abgeholt wird direkt beim Vermieter. Bei privaten Fahrzeugen läuft der Versicherungsschutz über eine Zusatzversicherung der Plattform, gewerbliche Vermieter bringen ihre eigene Versicherung mit.

Flottenvermieter wie Roadsurfer und Indie Campers

Diese Anbieter vermieten eigene, meist neuere Fahrzeuge mit einheitlicher Ausstattung. Roadsurfer nennt aktuell 56 Stationen in 11 Ländern und gibt an, dass alle Kilometer inklusive sind. Indie Campers hat rund 50 Standorte in Europa und bietet Einwegmieten an, etwa von Barcelona nach Lissabon.

Für die erste Tour sind Flottenvermieter oft einfacher: feste Übergabezeiten, Einweisung am Fahrzeug und planbare Ausstattung. Wer ein besonderes Fahrzeug sucht oder nahe der eigenen Haustür abholen will, wird eher auf einer Plattform fündig.

Was kostet die Miete?

Der Tagespreis ist nur ein Teil der Rechnung. Vergleiche deshalb immer den Gesamtpreis für deine Reisedaten. Diese Posten kommen typischerweise dazu:

  • Servicepauschale für Übergabe, Einweisung und Grundausstattung
  • Kilometer: unbegrenzt inklusive oder als Paket, je nach Anbieter
  • Versicherungspaket, mit dem du die Selbstbeteiligung senkst
  • Extras wie Fahrradträger, Campingmöbel, Bettwäsche oder Haustier
  • Kaution, meist per Kreditkarte hinterlegt
  • Unterwegs: Kraftstoff, Gas, Stellplatz- oder Campinggebühren, Maut und Vignetten
  • Endreinigung oder Gebühren für nicht geleerte Toilette und Abwassertank

In der Hauptsaison und in den Schulferien steigen die Preise deutlich. Wer flexibel ist, bekommt in Vor- und Nachsaison oft das größere Fahrzeug zum gleichen Preis.

Versicherung und Selbstbeteiligung

Haftpflicht und Vollkasko sind bei seriösen Vermietern im Mietpreis enthalten. Entscheidend ist die Selbstbeteiligung: der Betrag, den du bei einem Schaden selbst zahlst. Bei privaten Fahrzeugen auf PaulCamper liegt sie bei Kaskoschäden zum Beispiel bei 1.500 Euro und lässt sich gegen Aufpreis auf 250 Euro senken.

Gerade für Einsteiger lohnt sich die Reduzierung meist. Typische Schäden entstehen beim Rangieren: am Dach unter Ästen oder Durchfahrten, an der Markise oder hinten beim Rückwärtsfahren. Lies außerdem nach, ob Glas, Reifen, Dach und Unterboden mitversichert sind und was bei einer Panne im Ausland passiert.

Checkliste für die Übergabe

  1. Alle Schäden außen und innen mit Fotos festhalten und im Protokoll eintragen lassen
  2. Fahrzeughöhe und -breite notieren, am besten als Zettel am Armaturenbrett
  3. Füllstände prüfen: Tank, Frischwasser, Gasflaschen, AdBlue
  4. Heizung, Kühlschrank, Wasserpumpe und Boiler erklären lassen
  5. Toilettenkassette und Abwasser: Wo und wie wird entleert?
  6. Landstromkabel und CEE-Adapter vorhanden?
  7. Fahrzeugschein, Notfallnummer und Pannenhilfe ins Handy speichern

Die erste Nacht: Campingplatz statt Wildnis

Wildcampen ist in Deutschland grundsätzlich nicht erlaubt, in vielen Nachbarländern ebenso. Für die erste Nacht ist ein Campingplatz ideal: Strom, Wasser und Entsorgung sind vor Ort, und du lernst das Fahrzeug in Ruhe kennen. In der Hauptsaison solltest du beliebte Plätze reservieren.

Was du selbst mitbringen solltest

Die Grundausstattung mit Geschirr, Töpfen und Campingmöbeln ist bei den meisten Vermietern dabei. Diese Kleinigkeiten fehlen oft und machen den Unterschied:

  • Auffahrkeile, damit du auf schrägen Plätzen gerade schläfst
  • Stirnlampe und eine kleine Taschenlampe
  • Spülmittel, Geschirrtuch, Müllbeutel
  • Toilettenpapier, das sich schnell auflöst
  • Verlängerungskabel mit Schuko-Anschluss
  • eine tragbare Espressomaschine, wenn du auf guten Kaffee nicht verzichten willst – sie braucht weder Strom noch Gaskocher

Häufige Fragen

Ab welchem Alter kann ich ein Wohnmobil mieten?

Das legt jeder Vermieter selbst fest. Häufig gibt es ein Mindestalter und eine Mindestdauer, die du den Führerschein schon besitzen musst. Prüfe die Bedingungen vor der Buchung.

Wie lange sollte die erste Tour dauern?

Eine Woche ist ein guter Start. Plane kurze Etappen, damit Zeit bleibt, das Fahrzeug kennenzulernen. Viele Vermieter haben außerdem eine Mindestmietdauer.

Darf ich mit dem Mietcamper ins Ausland?

Innerhalb Europas meistens ja. Einige Länder sind bei manchen Vermietern ausgeschlossen oder kosten Aufpreis. Kläre das vor der Buchung und nimm die Unterlagen für die Pannenhilfe mit.

Brauche ich eine Kreditkarte?

Für die Kaution verlangen viele Vermieter eine Kreditkarte auf den Namen der Person, die den Vertrag abschließt. Frag nach, wenn du nur eine Debitkarte hast.